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„Wieder ein Stück Stuttgarter Geschichte entsorgt“ Initiative „Stolpersteine für Zuffenhausen“ kritisiert Abriss der letzten erhaltenen Zwangsarbeiterbaracke

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Die Initiative „Stolpersteine für Zuffenhausen“ empört sich in einer Erklärung über den Abriss der letzten noch aus der NS-Zeit erhaltenen ehemaligen Zwangsarbeiterbaracke Stuttgarts in der Strohgäustraße 21 in Zuffenhausen.

Hier der vollständige Wortlaut des Rundbriefs:

„Mit Entsetzen haben wir feststellen müssen, dass die letzte noch aus der NS-Zeit erhaltene ehemalige Zwangsarbeiterbaracke in ganz Stuttgart, die sich in der Strohgäustraße 21, Stuttgart- Zuffenhausen befand, abgerissen und beseitigt worden ist. Diese Baracke wurde in der NS-Zeit von der Firma Porsche zur Unterbringung von 80-100 Zwangsarbeitern verwendet. In Stuttgart wurden alle Zeugnisse der Zwangsarbeiterunterkünfte Stück für Stück vernichtet. Nun musste auch das letzte Zeugnis dieser Zeit für einen Parkplatz verschwinden. Dieses wichtige geschichtliche Gebäude hätte unter Denkmalschutz gestellt und erhalten werden müssen, um so wenigstens einen Ort zu haben, an dem man sich einen Eindruck von dem Schicksal dieser Menschen machen könnte. In Stuttgart sind schon viele Zeugnisse der Stadtgeschichte, solche, auf die die Stadt stolz sein könnte, aber auch Orte der Erinnerung an die NS-Zeit der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Nur durch heftige Proteste konnte die Vernichtung des Hotels Silber, der ehemaligen Gestapozentrale verhindert werden. Wir finden es empörend, dass Stuttgart sich so seiner Geschichte entledigt.“
Initiative Stolpersteine für Zuffenhausen

Foto: Das Gebäude in der Strohgäustraße 21, ehemalige Zwangsarbeiterunterkunft für 80-100 Menschender Firma Porsche. Foto: Privat