Stuttgart-Rot

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Ältere Geschichte

Bandkeramiker, Kelten und Römer

Stuttgart-Rot ist eine relativ junge Gemeinde. Als „Geburtsjahr“ gilt 1928. Entscheidende Impulse für die Entstehung der Gemeinde Rot gab das Jahr 1931, denn am 1. April 1931 erfolgte die Eingemeindung der bis dato selbstständigen Stadt Zuffenhausen (Stadterhebung am 23. April 1907 durch König Wilhelm II, erster Bürgermeister Max Gutenkunst, gest. 1933) nach Stuttgart.

Besiedelt war das heutige Gebiet von Rot jedoch schon in der jüngeren Steinzeit. Vor 5000 Jahren erreichten die ersten 
Siedler aus dem mittleren Donauraum, auf der Suche nach neuem Lebensraum, den mittleren Neckarraum. Dank der fruchtbaren Böden von Rot und Freiberg wurden sie schnell heimisch. Die Bandkeramiker, wie man sie nach ihren bandverzierten Tongefäßen nennt, hinterließen ihre Spuren in Form von Tonscherben, Feuersteinwerkzeuge, Pfeilspitzen aus Flintstein, Mahl- und Reibesteine und allerlei Werkzeuge aus Knochen. 

Wo sie siedelten, verlief nicht nur ein uralter Völker-Fernweg, der Rotweg, sondern am nahen Feuerbach fanden sich auch Fischgründe. Die Ansiedlung gehörte wohl zu den größeren der jüngeren Steinzeit, sie reichte von der Höhe des Burgholzes beim früheren Steinbruch am Vorderberg über das heutige Rot hinweg bis zur Eisenbahnlinie Kornwestheim-Untertürkheim.


Die keltische Besiedlung um 300 vor Chr. brachte die erste Hochblüte mit Schmuck, Waffen, Gebrauchsgegenständen aus dem neuen Metall Bronze, aber auch die ersten Münzen aus Gold, wie Funde auf dem Rotweggelände beweisen.

Außerdem ist belegt, dass die ehemalige Römerstraße vom Römerkastell auf der Steig in Cannstatt nach Benningen und Wahlheim durch Roter Gebiet ging. Zu sehen ist heute nichts mehr davon. In Kornwestheim können noch Überreste dieser Straße, der „Steinernen Straße“, besichtigt werden. 
Jedoch haben sich die Römer nicht auf Roter Gemarkung niedergelassen, sondern in Zazenhausen, wo römische Gutshöfe 
(Villa rustica) nachgewiesen sind.

Leider sind aus der Vergangenheit im Gebiet Rot keine nennenswerten historischen Funde oder Baudenkmäler mehr zu verzeichnen. Und wenn es historische Bodendenkmäler gegeben haben sollte, so sind sie mit Sicherheit während der Hauptbebauung des Wohngebietes Rot in den 50/60er Jahren zerstört worden.
In diesem Zeitraum dachte man nur sekundär an den Denkmalschutz. Beispiele für die Geringschätzung des Denkmalschutzes in dieser Zeit gibt es zur Genüge in Stuttgart.

Quellewww.stuttgart-rot.de, eine private, nichtkommerzielle und unabhängige Internetpräsentation.

Mit freundlicher Genehmigung der Autoren Rainer und Renate Fiechtner